FLÜCHTIGE NACHT

Wegrennen, schneller laufen als der Wind, aus meiner in Einsamkeit getünchten Welt entkommen; flüchtige Nacht, in deinen Armen möchte ich Zuflucht finden und in meine Träume schwelgen, die einsame Wüste vergessen, die jede meiner Leidenschaften erstickt. Es ist, wie wenn ich eine neue Hoffnung wieder finden würde, ein Trugbild, das rücksichtslos heraufbeschworen wurde.

Wo ist der Frieden, den ich in meinem Herz trug? Wie konnte es so grausam aufgelöst werden? Er hat zugelassen, dass ich mich so verloren fühlte, umgeben von schädlichen Schatten, schreckliche Monster, die mich überall verfolgen; mein Verstand jagt die Erlösung der Liebe. Flüchtige Nacht, kröne mich mit diesem süssen Zauber, schenke mir ein Kuss, ein Lächeln, eine liebevolle Umarmung.

Mein Blick taucht in die überfüllten Strassen der Stadt ein, ein geschäftiges Kommen und Gehen von Menschen, das wie eine ungestüme Meereswelle auf mich zukommt; Transvestiten, Huren, Betrunkene, Reiche, die mit Geldscheinen aus ihren Hosentaschen wedeln, um diese bestmöglich in einem der vielen Nachtclubs der Umgebung auszugeben. Schmarotzer, die in einer verlassenen Ecke um Almosen betteln, junge Leute voller Euphorie; ein anhaltendes Pochen, das auf den Strassen und in Nachtclubs wütet.

Ich frage mich, ob die Nacht ein gemütliches Plätzchen für mich bereithält, bedeutungsvolle Worte; ich habe genug von den ständigen falschen Versprechungen! Hier, der Zusammenstoss mit dem plötzlich aufgetauchten Mann erregt mich, stimuliert meine Fantasie, es umhüllt mich mit einem undefinierbaren Gefühl. Er schaut mich an, berührt mich mit seinen schmeichelnden Händen, verspricht mir eine unvergessliche Nacht. Zwischen einem Kompliment und dem anderen, lasse ich mich berühren, ich lasse mich von den Gedanken desjenigen, den ich nicht kenne, mitreissen und verführen.

Ein Hotel, ein Bett, eine dezente Musik, die die hitzige Atmosphäre abrundet, verführerisch und provozierend; Bettlaken, die sich winden, Kleidung, die auf dem Boden verstreut ist, hohes Stöhnen, das im Raum verloren geht, wie ehrwürdige Noten. Liebkosungen, die über meine verschwitzte Haut gleiten, jeden Teil von mir berührend; ich geniesse diese extreme Intimität. Ich frage mich, ob das wirklich das war, wonach ich gesucht habe, als ich unsicher zwischen einem Pfad und dem anderen ging.

Flüchtige Nacht, zu schnell bist du vorbeigekommen, um mich in die alltägliche Realität zurückzubringen; es ist, als hättest du den Abdruck einer schmerzhaften Ohrfeige hinterlassen. Er war so schön und faszinierend, wieder einmal glaubte ich, dass er sich in meinen Körper verlieben könnte und damit auch in meinem «ICH». Aber das Verlangen ist stärker als die Vernunft, man gibt sich selbst auf wie Honig, der in Milch schmilzt. Ich hoffte wirklich, dass es das Glück war.


Mir ist klar, dass ich mich den Freuden des Fleisches hingegeben habe und nicht denen des Herzens. Ich habe für kurze Momente die Sterne berührt, gleichzeitig habe ich meine Reinheit noch mehr getrübt und verschmutzt. Ich habe gesündigt und ich werde immer noch sündigen, ich werde mich irren, im Glauben, endlich die Einsamkeit besiegt zu haben, für immer! Ich werde dich verachten, wann immer du mich suchst, meine deformierte Hälfte; in der flüchtigen Nacht werde ich dich vermeiden können und mir vorstellen, dich bezwingt zu haben, zwischen Tränen intensiver Freude… R.R.

                                                                                             

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