CENTAURUS

Centaurus, sie zeichnen dich, halb Pferd, halb Mensch, während du deinen scharfen Speer fest in der Hand hältst. Dein Blick richtet sich auf ein Sternbild ferner Gestirne und Planeten, dass du wie ein kostbares Juwel verteidigst und beschützest. Denn dir gehört die Unermesslichkeit des Himmels, dir gehört die Herrschaft einer fernen Mythologie, wie ewige Erlösung. Du gehörst einer Legende aus einer anderen Zeit an, die nur sie zu erkennen weiß, denn seit ihrer Begegnung mit dir hat sie dich nie vergessen. Du bist ein Reisender des Sternenhimmels, der mit Inbrunst und Stolz voranschreitet und seine Ziele nie aus den Augen verliert.

Centaurus, du bist wahrlich beneidenswert, deine unendliche Schönheit offenbart die wahren Werte des Lebens, so dass sich selbst ein Monster in dir spiegeln kann. Denn es gibt nichts Vornehmeres, als dich deine Träume leben zu sehen, die du wie ein Schatz hütest. Niemand kann dich in die Enge treiben; nichts ist überwältigender als eine angeborene Leidenschaft, die selbst den sternenreichsten Himmel zum Glühen bringt. Und während du zielst und dein Speer mit deinen kraftvollen Armen abwirfst, kannst du sicher sein, dass du ins Schwarze triffst und ihr Herz durchbohrst; es war alles, worauf sie seit längst vergangenen Zeiten gewartet hat.

Warum weint sie jetzt? Weil sie begriffen hat, dass du ihr einziger Lebenssinn geworden bist, und dass sie dich niemals besitzen kann. Und sie wünscht sich, sie wäre an deiner Stelle, um dich zu bewundern, dich festzuhalten, dich zu überwältigen. Du bist unerschütterlich wie Marmor, unerbittlich wie ein Krieger, stolz wie die Beharrlichkeit eines alten Baumes. Geschöpf aus anderen Zeiten, wende dich an sie, um deine Unfehlbarkeit zu erfüllen - du bist niemals Gefangener deiner selbst. Und wenn sie „Ich liebe dich“ sagen könnte, würde sie es tun, aber sie weiß, dass du ihr nicht gehörst, du gehörst niemandem außer den Märchen dieser Welt. Und so wirst du weiterhin den Sternen nachjagen, ferne Planeten erreichen, die nur Träumer erreichen können, den Nachthimmel mit deinem übermenschlichen Mut erfüllen.

Dein Oberkörper mit den hervorstehenden Muskeln unterstreichen deine Stärke und Unfehlbarkeit, während dein pferdeähnlicher Unterkörper ein Leben voller Eleganz und Anmut symbolisiert. Wie könnte eine Kreatur wie du seine andere Hälfte finden? Es ist beinahe unmöglich. Vielleicht sollte sie einen Halbmond und eine Halbsonne verkörpern, oder vielleicht halb Frau und halb Löwe. Es gibt kein schöneres Gefühl, als mit sich selbst im Reinen zu sein.

Bist du im Delirium, wohlwissend, dass du ein Halbgott bist? Keine Sorge, selbst Sterne können vom Himmel fallen. Träum also weiter, bleib noch ein wenig an ihre Seite und erinnere sie daran, dass Mythen und Legenden auch heute noch Teil unserer Zeit sind. Denn jeder Mensch braucht Vorbilder, die er bewundern und denen er nacheifern kann, damit selbst die Schwächsten eine Hoffnung wiederfinden, die schon verloren schien.

Und wenn die Nächte die Welt in Schweigen hüllt, trägst du dein Herz durch Sternenwind und Zeit. Halb Traum, halb Erde – doch ganz Sehnsucht still, ein Schritt zwischen Ewigkeit und Endlichkeit. Centaurus, dein Hufschlag vergeht nicht im leeren Raum. Er wandelt durch Schleier alter Mächte, halb Licht, halb Schatten – mehr als nur ein Traum. Wo Himmel sich im Herz der Erde spiegelt, bleibt dein Geheimnis unausgesprochen klar – im Sternenfeuer ewig eingesiedelt, ein Wesen zwischen dort und Immerdar. R.R.


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